75 Millionen Jungen & Mädchen werden durch Kinderabreit ausgebeutet


Es ist eine verstörende Zahl, umso verstörender, bedenkt man, dass sie selbst in Zeiten von Fairtrade und der Arbeit unzähliger Kinderhilfswerke bis 2020 nur mäßig rückläufig war. Vergangenheitsform. Denn nun hat die Kinderhilfsorganisation World Vision als Folge der Corvid19-Pandemie sogar einen deutlichen Anstieg der Kinderarbeit verzeichnet. Millionen Kinder sind betroffen. In vielen Teilen der Welt, in Asien, Afrika und Lateinamerika, sind Eltern, denen aufgrund der Corona- Maßnahmen ihre Einkommen weggebrochen sind, gezwungen, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken oder betteln gehen zu lassen. Anstatt die Schulen zu besuchen, schuften sie als Hilfsarbeiter auf Müllhalden oder in der Landwirtschaft, arbeiten in Fabriken und Steinbrüchen. Aber nicht nur durch eingebrochene Einkünfte, sondern auch durch ständig steigende Preise von Lebensmitteln fühlen sich die Familien gezwungen, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken. Vermutlich werden diese Kinder auch nach der Corona-Pandemie nicht zur Schule zurückkehren dürfen und somit einer „besseren“ Zukunft beraubt.

Was ist eigentlich unter Kinderarbeit zu verstehen?
Für die Beantwortung dieser Frage muss zwischen normaler Beschäftigung wie zum Beispiel normaler Hausarbeit, legaler Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen und illegaler Arbeit und damit ihrer Ausbeutung unterschieden werden. Um eine Beschäftigung als legal zu definieren, haben die meisten Staaten per Gesetz ein Mindestalter zwischen 14 und 16 Jahren festgelegt. In Deutschland gilt ein Mindestalter 15 Jahren, ausgenommen einige leichte Tätigkeiten, wie Zeitungaustragen, die im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt sind. Als Kinderarbeit versteht man also Arbeiten, für welche die Kinder zu jung sind und/oder ihre körperliche oder seelische Entwicklung schädigen und/oder sie von einem Schulabschluss abhalten. Zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit zählen die Vereinten Nationen: Sklaverei, Zwangsarbeit, den Einsatz von Kindersoldaten, Kinderprostitution und Kinderpornographie, kriminelle Tätigkeiten sowie jeglichen Missbrauch der die Sicherheit und Gesundheit der Kinder gefährden können. Mit der Agenda 2030 haben sich fast alle Staaten der Welt das Ziel gesetzt, jegliche Form der Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen. Unter den derzeitigen Bedingungen nicht leicht und darüber hinaus ein scheinbar weit entferntes Ziel. Ob es gelingen wird, durch das Lieferkettengesetz, welches ab März 2021 greift, Abhilfe zuschaffen, werden wir in 4 Jahren sehen.